Wachkoma-Olympiade

Schlangenschicksal

Dokumente der Straße

Reise aufs Land

Wachkoma-Olympiade

1. Reporter: Willkommen, meine Damen und Herren an den Empfängern, leider haben Sie die glänzend choreographierte Einfahrt der Mannschafts-Busse gerade verpaßt. Die Teilnehmer der 1. Wachkoma-Olympiade werden gerade in ihre Rollstühle gesetzt. Mit mir hier am Mikrofon sitzt Rolf, selber ehemaliger Wachkoma-Patient und also vom Fach.

2. Reporter: Danke Frank, ich bin schon bewegt, gerade durch meine eigenen Erfahrungen, daß es doch noch geklappt hat. Und jetzt zu sehen, wie die Betreuer die Wachkoma-Patienten aus der ganzen Welt in ihre Einheitsrollstühle setzen... Den tiefschwarzen Äthiopier genauso wie den breitschultrigen Schweden, Marek Wehrlöö, der Name mit Doppel-ů hinten. Diese Rollstühle sind übrigens eine Spende der Scientology-Sekte. Oder Kirche. Ohne Sponsoren hätte diese Olympiade hier im taiwanesischen Tung Fuk nicht stattfinden können.

1. Reporter: Die Betreuer ziehen den Sportlern ihre Trikots über. - Wachkoma, viele Ärzte und auch Schwestern benutzen ja lieber das Wort Zombie. Wie stehst Du dazu, Rolf?

2. Reporter: Heute kann ich darüber lachen, aber natürlich nicht damals. Im Wachkoma kann man weder lachen, noch steht man überhaupt in einer sinnlichen Verbindung zur Außenwelt. Selbst von seiner eigenen Innenwelt ist man ja völlig abgeschnitten.

1. Reporter: Wachkoma-Patienten sind quasi hirntot und dann doch wieder nicht. - Die Betreuer sind jetzt fertig, die Mannschaften haben Aufstellung... - vielleicht sollte man sagen: Aufsitzung genommen. Und jetzt der Anpfiff. Türkis die Männer aus Spanien, in lindgrünen Trikots die bulgarische Mannschaft. Gerade Bulgarien hat ja in Bezug auf Wachkoma-Patienten für unrühmliche Schlagzeilen gesorgt. Wie stehst Du eigentlich dazu, es ist doch ethisch nicht vertretbar, sie in Heimen, die winters nicht einmal beheizt werden, einfach verrecken zu lassen?

2. Reporter: Natürlich klingt das im ersten Moment brutal. Doch andererseits muß man die medizinische Problematik dabei auch verstehen. Denn diese Patienten kosten unheimlich viel Geld und ein Aufwachen ist nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen. Sicher, ich bin die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Aber genau so könnte man das Begraben von Toten verbieten, weil sich unter ihnen ja auch ein Scheintoter befinden könnte.

1. Reporter: Die Spanier jetzt am Ball. Die Rollstühle, gesponsert wie schon erwähnt von der Kirche der Scientologen. Gerade die Scientologen sind ja nicht unumstritten, doch ihr Einsatz für die 1. Wachkoma-Olympiade ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Ohne ihre großzügigen Spenden wäre es nicht zu diesem Sportereignis gekommen. Wieso eigentlich treten die Wachkoma-Patienten nicht mehr bei der normalen Behinderten-Olympiade mit an?

2. Reporter: Es ist grundsätzlich dasselbe Problem, weshalb auch Frauen beim Schach nicht gegen Männer antreten, oder jedenfalls nicht ganz oben mitmischen, weshalb es überhaupt spezielle Spiele für Behinderte gibt. Ein Mann ohne Beine wird nun mal beim Weitsprung nur im seltensten Fall ein Ergebnis erzielen wie ein Nichtbehinderter. Und so waren auch die Wachkoma-Patienten anderen Behinderten gegenüber benachteiligt. Gerade bei den Sportarten, bei denen es auf Reaktionsschnelligkeit ankommt.

1. Reporter: Ja, wie auf's Stichwort, hier sehr deutlich zu sehen, jetzt die Bulgaren am Ball. Die Rollstühle sind alle mit einem Art vergrößertem Eishockeyschläger ausgestattet. Und die Spanier, wie schon die ganze Zeit, sitzen wie tot in ihren Rollstühlen. So auch die Bulgaren. Wie steuern sie eigentlich diese Stühle? Sie können doch keinen Finger mehr rühren.

2. Reporter: Nein, das können sie wirklich nicht. Nein, Wachkoma ist eine völlige Lähmung, das Hirn ist nach heutigem Wissensstand ganz tot. Und so müssen bei der Steuerung der Rollstühle die Betreuer unterstützen. Aber das kennt man ja von allen sportlichen Wettkämpfen, daß die Trainer, Masseure, Techniker und so weiter, ihren Anteil am Sieg eines Sportlers haben.

1. Reporter: Ja, jetzt wieder die Spanier am Ball. Wenn man das Tempo von normalen Fußballspielen gewohnt ist, ist dies hier schon eine ziemliche Umstellung.

2. Reporter: Natürlich, aber die Betreuer müssen schließlich auf ihre Schützlinge achten. Die Patienten können ja auf Bewegungen ihres Rollstuhles in keiner Weise reagieren.

1. Reporter: Wie auf's Kommando, ein Spieler der Bulgaren ist aus seinem fahrbaren Untersatz gestürzt. Das müßte doch einen Freistoß bringen. Und tatsächlich, doch vor Ausführung helfen die Linienrichter dem ohne sein Gefährt ja völlig bewegungslosen Spieler noch zurück in seinen Stuhl. Und weiter geht's. Bisher noch kein Tor und auch noch nicht allzuviele Chancen.

2. Reporter: Es gab, angeregt von Scientology, den Vorschlag, die Rollstühle mit Gurten auszustatten. Damit die Spieler auch bei höheren Geschwindigkeiten nicht aus den Stühlen fallen. Also, dieser Vorschlag hätte zu einer doppelten Verschnellerung geführt. Weil ja auch die ständigen Unterbrechungen unterblieben wären. Aber...

1. Reporter: (unterbricht) Oooh, so eine Chance. Aber wieder kein Tor. Warum nur fährt der Torwart der Bulgaren nur noch im Kreis?

2. Reporter: Jedenfalls ist das dem Spieler nicht anzulasten, es handelt sich eindeutig um den Fehler eines Betreuers. Doch was ist das?

1. Reporter: Wie es scheint, schon Halbzeit. Ja, ich denke, es muß auch diese nichtkommerziellen Veranstaltungen geben, in dieser hektischen Zeit. Der Gedanke der Fairness steht hier noch eindeutig im Vordergrund. Wir dürfen uns ganz sicher auf eine ruhige, entspannende 2. Halbzeit freuen.

2. Reporter: Danach kommt ja auch noch die Vorausscheidung im Kugelstoßen.

1. Reporter: Ich gebe zurück ins Sendezentrum.

 

Schlangenschicksal

Ich kann eigentlich darauf wetten. Etwa, wenn ich im Auto in einer Schlange stehe. Ich erinnere mich, damals vor dieser italienischen Fähre, die ganze Zeit war es einigermaßen vorwärts gegangen, nur noch zwei Autos vor uns, dann eins, und dann fingen die Zöllner an, den Wagen direkt vor uns zu durchsuchen. In der Schlange neben uns fuhren alle weiter vorbei. Aber wir standen da, sie begannen die Räder abzuschrauben, die Kotflügel, schließlich kamen sie sogar mit einem Schweißgerät an.
Was soll ich sagen, es dauerte Stunden. Wir bekamen dann erst die Fähre am nächsten Tag. Und auf der Rücktour war es nicht anders, bloß daß sie dann uns durchsuchten. Damals hatte ich mich auf gewisse Art schon halb damit abgefunden. Ich weiß nicht, ob es genetisch ist, vielleicht ist es was Unterbewußtes von mir selber, aber immer bei mir passiert was. Also immer in der Schlange, in der ich stehe, und zwar immer kurz, bevor ich dran bin. Bei normaler Wahrscheinlichkeit müßte bei zwei Schlangen so etwas in meiner Schlange genauso oft passieren wie in der anderen. Aber das ist nicht so.
Ich habe mal eine Liste gemacht, die Erlebnisse einiger Monate bei Kaisers. Ich schaue schon immer genau, wer da so in einer Schlange steht. Alte verwirrte Frauen, dicke rotgesichtige Männer mit Schürfwunden, unbedingt vermeiden! Wie diese Mütterchen dann beginnen zu kramen in ihren Täschchen, es gellt mir noch in den Ohren, das hundertfache über die Kaufhallenlautsprecher ausgerufene: "Storno!" Und die rotgesichtigen Männer sind auch nicht besser. Wie sie den Preis auf der Anzeige ansehen und darauf starren wie auf eine Schreckensnachricht aus dem All. Wie sie dann unentschlossen die Kassiererin anglotzen, dann wieder auf den Preis, wieder die Kassiererin, und wie sie dann ihre mattglänzenden rotgeäderten Augen kurz auf mich heften und auf den Mann hinter mir. Manchmal habe ich schon schreien wollen: Bitte, warum immer ich? Warum passiert das immer vor mir? Warum niemals an einer anderen Kasse? An einer anderen Schlange?
Aber ich bin ja schon gefaßt inzwischen. Ich bleibe ganz ruhig, Kismet, Fatum, Schicksal, Vorsehung, höhere Gewalt, was weiß ich. Ich habe mir, wie gesagt, mal diese Liste gemacht. Es waren wohlgemerkt immer Personen direkt vor mir, innerhalb von zweieinhalb Monaten: Drei ungültige EC-Karten, zwei Verwirrte, ein Mann und eine Frau, die äußerlich ganz normal aussahen und die einfach stehen blieben, keinen Ton sagten und nach einer halben Stunde von der Polizei abgeholt wurden, eine fein gekleidete mittelalte Dame, die begann, alle Flaschen auf den Boden zu werfen, eine nach der anderen, und sie hatte viele Flaschen. Dann war noch ein Punk, der einen 5000-Mark-Schein gewechselt haben wollte und einfach nicht wegging, als die Kassiererin ihm sagte, daß sie alle nicht soviel hätten, nicht mal alle Kassen zusammen.
Kleine Mädchen, die merken, daß sie ihr Geld vergessen haben, scheinen nicht so schlimm zu sein. Aber es ist doch schrecklich, wenn der Ruf "Storno!" erschallt, dann dauert es zirka zehn Minuten, bis der Kaufhallenleiter erscheint, dann wird die Kasse aufgemacht und irgendwas verändert, und ich stehe da und warte. Ich bin schon ziemlich abgeklärt. Sie fummeln an der Kasse, keine Ahnung, was sie da immer verstellen müssen. Es dauert Ewigkeiten, manchmal brauchen sie noch andere Kassiererinnen, manchmal muß der Kaufhallenleiter etwas mit seinem Funktelefon nachfragen.
Ein Mann auf Krücken war auch noch dabei, ich meine auf meiner Liste. Er roch nach Alkohol, und seine Beine, die in einem dreckigen Trainingsanzug steckten, endeten in unförmigen Wülsten, die wie mißlungene Leberwürste aussahen. Er schwitzte, als er nach dem Geld suchte, die Kassiererin machte ein geduldiges Gesicht, da fiel ihm ein Büchlein zu Boden, voller Zettel, die er hektisch aufsammelte. Dann suchte er weiter, hatte schließlich sein Portemonnaie. Seine zitternden Hände hielten es falschrum, Pfennigstücke, Groschen, Münzen aller Größen fielen zu Boden und rollten unter die Regale.
So könnte ich aufzählen bis ans Ende meiner Tage. Das waren gerade nur Beispiele aus einer zweieinhalb Monate lang geführten Liste. Aber eigentlich wollte ich erzählen, wie es heute zur Wahl war. Ich ging rein in diese Schule. Sie machen die Wahllokale ja meist in den Schulen. Jedenfalls finde ich mein Zimmer, eine Schlange steht da. Ich stelle mich an. Es geht halbwegs zügig voran.
"Haben Sie einen Ausweis bei?" höre ich die Dame den vor mir fragen.
"Nein", sagt der und beginnt sich die Jacke auszuziehen, "aber gucken sie mal hier!" Er zieht sich sein T-Shirt auch noch aus. "Hier, diese Narbe!"
Die Frau bleibt ganz ruhig: "Es tut mir leid, aber eine Narbe reicht als Identifikation nicht aus." Der Mann wird jetzt etwas aufgeregter, kramt in seiner Umhängetasche, und es ist skurril, wie er da steht mit freiem Oberkörper.
"Hier!" sagt er und zeigt eine schwarze Karte, dann erkenne ich, daß es ein Röntgenbild ist. "Das ist ein Röntgenbild von meinen Zähnen. Und hier!" Er reißt den Mund auf und zeigt irgendwas, was ich nicht erkennen kann. "Sehen Sie die Füllung. Das ist doch eindeutig. Da auf dem Röntgenbild steht mein Name. Zehdenicker 11. Das muß doch gehen, oder?"
Was soll ich Euch sagen? Ich bleibe ganz ruhig, Kismet, Fatum, Schicksal, Vorsehung, höhere Gewalt, was weiß ich. Ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Der Tag, an dem die Schlange sich immer weiter bewegt und ich ganz normal meine Sachen bezahle, oder wählen gehe, oder sonstwas mache, an diesem Tag bin ich sicher tot.
Bis ans Ende meiner Tage, kein Zweifel. Da wird diese wichtige Operation sein, Routinesache eigentlich, Blinddarm oder so. Ich liege im Gang auf der Bahre mit diesem merkwürdigen Operationshemd an. Gleich sind sie fertig mit meinem Vorgänger im OP, da höre ich Geschrei. Blut spritzt, ich sehe es am Milchglas an der Tür zum Saal. Der Chirurg schreit: "Oh, mein Gott!" Eine Schwester stürzt aus dem Saal, kreidebleich. Dann, mein Gesicht ist spitz und weißlich gelb wie Wachs, ich liege im Krematorium, sie schieben die Leiche vor mir rein. Ich höre den Heizer fluchen: "Verdammt!" Ich fasse mich in Geduld, ich kann warten.

 

Dokumente der Straße

Mit den Jahren habe ich eine banale Erfahrung gemacht, sie könnte lauten: Das Leben schreibt die besten Geschichten. Es passieren so unglaubliche und aberwitzige Sachen, die würde sich niemand ausdenken, es sei denn, er möchte für wahnsinnig gehalten werden. Und manchmal kann man etwas hören oder Dokumente finden, die eine solche Geschichte erzählen.
Ich ging die Saarbrücker Straße entlang, und wie in einem nicht ganz so guten Film wehte der Wind ein verschmutztes Blatt vorbei. Ich hob es auf. Nicht nur, daß ich nichts wegwerfen kann, ich muß auch jeden Unrat und Müll überprüfen. Und dieses Mal lohnte es sich wirklich. Es war ein Brief, ich las:

Hallo Gieke, ich dachte, wir wollten vorurteilsfrei aufeinander zugehen. Ich hatte keine derartigen Hintergründe verknüpft. Ich hatte heute morgen auch keine schlechte Laune (habe Dir Morgenküsschen gegeben). Ich wußte nicht, dass Du bei der Frage, "ob wir noch Brot haben?" dermaßen ausrasten würdest, sonst hätte ich's mir wirklich gespart. Du hast doch gemerkt, dass ich keine schlechte Laune hatte, warum denkst Du von mir, dass ich inszeniere und vorwerfe, ohne das ich mich heute früh gewehrt habe.

Was für ein erschütterndes Dokument des Alltags, in was für Abgründe blickt man, erfährt man von einer Beziehungstragödie wie dieser. Aber manchmal schreibt das Leben sogar noch eine Fortsetzung. Als ich nämlich das verschmutzte Blatt umdrehte, stand dort die Antwort von Gieke. Und die übertraf eigentlich alles, was mir an schlimmen Verwerfungen der menschlichen Seele in den Großstädten unserer Welt bisher bekannt war. Die Antwort lautete:

Hallo Andy! Ab jetzt möchte ich bitte, daß jeder sein eigenes Brot hat. Für mich ist diese Art von Dir zu fragen, zumal ich Dir schon oft gesagt habe, daß mich das nervt, keine "normale" Frage. Was steckt dahinter? Macht es Dir Spaß oder ist es ein Zwang mit meinen Gefühlen zu spielen? Diese inszenierten, stillen Vorwürfe kombiniert mit einem traurigen Blick? Laß, es doch einfach sein. Außer, daß ich komische Gefühle zu Dir bekomme, erreichst Du damit gar nichts. Meine Intuition laß ich mir auch nicht mehr wegquatschen. Also, ab jetzt bist Du für "Dein" Brot selbst verantwortlich. Gieke.

Ich warte auf Weiteres. Ich weiß es genau, irgendwann wird mir der Wind eine Fortsetzung zuwehen, wenn ich durch die Saarbrücker Straße gehe. Ich brauche nur die Augen offen zu halten.

 

Reise aufs Land

A: Guten Tag, sagen Sie, wie komme ich am billigsten nach Luckow und zurück?
B: Mit Super-Spar-Preis. Allerdings dürfen Sie dann nicht am Wochenende und nicht an ungeraden Tagen fahren.
A: Ich hab da aber von diesem Schönen-Wochenende-Ticket gehört, mit dem man für 35 Mark das ganze Wochenende fahren kann.
B: Ja, selbstverständlich, wenn Sie das wollen. Da dürfen Sie allerdings keine ICE, keine Interregio-Züge und keinen Schienenersatzverkehr fahren.
A: Aber wieso denn keinen Schienenersatzverkehr?
B: Das überschneidet sich mit dem Häßlichen-Biber-Angebot.
A: Das Häßliche-Biber-Angebot?
B: Ja, das ist ganz neu. Das wurde von der Zentrale als Ersatz für die Heiße-Kühlschrank-Karte geplant.
A: Die Heiße-Kühlschrank-Karte? Was, um Gotteswillen...
B: Das ist ja gar nicht mehr aktuell. Das hat sich nicht rentiert und ist abgeschafft.
A: Aber worum ging es denn dabei?
B: Mann und Frau, beide über 70, können mit einem Kühlschrank beliebiger Größe eine ganze Woche auf allen Linien der Bundesbahn fahren, ICE aber nur mit Zuschlag.
A: Das hat sich aber nicht rentiert?
B: Es wurde schon viel benutzt, aber auch viel Mißbrauch. Polnische und türkische Händlerbanden mit gigantischen, als Tiefkühltruhen getarnten Kisten voller Zeug.
A: Und das Häßliche-Biber-Angebot?
B: Das schließt gleichzeitig die Lücke zwischen dem Rosa-Sparpreis und dem Grünen-Frohe-Laune-Ticket.
A: Aber dieser Name, Häßliches-Biber-Angebot, ist das nicht eher abschreckend?
B: Das war ja genauso gedacht, nach dieser Pleite mit der Heißen-Kühlschrank-Karte. Beim Häßlichen-Biber-Angebot darf eine Person beliebigen Alters mit bis zu acht Säugetieren an zwei Werktagen alle ICE- und Interregio-Linien benutzen.
A: Säugetiere, warum gerade Säugetiere?
B: Naja, nach dieser Pleite mit den Tiefkühltruhen wollte man auf Nummer Sicher gehen. Wobei es auch schon wieder Probleme gibt. Aber ich rate Ihnen sowieso zum rot-gelb gestreiften Tick-Tack-Ticket. Damit können Sie zu jedem beliebigen Zielort, nur dürfen Sie den nicht selbst bestimmen.
A: Ich darf meinen Zielort nicht selbst bestimmen? Wozu soll das gut sein?
B: Es geht um ungenutzte Reserven, wenig befahrene Strecken. Wenn diese Linien gar nicht mehr benutzt werden, müssen wir sie schließen. W,,uns natürlich immer noch lieberchenende-Karte Weltreisen machen. Die sehen natürlich sehr viel, weil sie immer die ganze Woche irgendwo Pause haben.
A: Na, ich weiß eigentlich nicht, ob jetzt wirklich noch acht Leute nach Luckow kommen. Ich glaube, ich nehme einfach eine Fahrkarte hin.
B: Wir haben auch noch das Heck-Ticket. Das darf ich Ihnen aber erst 20 Sekunden vor Abfahrt des Zuges ausstellen.
A: Nein, nein, ich glaube das ist mir zu streßig. Dann doch lieber eine ganz normale Fahrkarte.
B: Haben Sie denn eine Bahncard?
A: Nein, leider nicht.
B: Die sollten Sie sich anschaffen, da kostet alles nur die Hälfte.
A: Vielleicht später.
B: Gut, einfach nach Luckow, macht 2 Mark 70.
A: Danke!