
Nicht jeder erinnert sich daran: An die Seesender, die zu Zeiten, als es noch
keine privaten Radiostationen gab, von Schiffen, die außerhalb der Dreimeilenzone
vor Anker lagen, gutes Radio machten. Denn nur hier, weit genug vom Ufer entfernt,
durfte man nicht-öffentlich-rechtlichen Rundfunk machen. So mit DJs und
Djingles und so, das gab es sonst nicht.
Aber irgendwann wurden die Gesetze geändert und die Musikschiffe gekapert.
Doch heute abend heisst es im Schlot: Radio Hochsee sendet wieder. Falko Hennig
und Guy Bettini präsentieren da ihre Live-Radioshow mit Mambo- und Jazzmusik
und manchem recht obskuren Gast. Da wird zum Beispiel der Herr Heinrich Dubel
erwartet. Dubel ist Präsident des Berliner Eratik-Intitutes, das sich mit
Ufo- und Hubschrauberforschung beschäftigt. Außerdem gibt es Wissenswertes
aus der Welt der Gastronomie (etwa die Geschichten eines lispelnden Kellners)
und andere Geschichten, die einst das Leben schrieb. Auch aus der Welt der Wissenschaften
werden interessante Gäste erwartet. Es wird sicher lehrreich und unterhaltsam
sein.
Taz, 11.2.99